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Montagmorgen ziehen wir unser UL aus dem Stall und starten zu unserer Tour gen Dänemark. Die obligatorische Einfluggenehmigung haben wir trotz Feiertagen noch rechtzeitig bekommen, nur die Karte nicht mehr. Unsere erste Tagesetappe führt uns über Kulmbach nach Dessau. Der Platz liegt verlassen in der brütenden Sonne, aber wir machen uns trotzdem zu Fuß auf den Weg ins Junkersmuseum. Neben der „Tante JU“ sind dort Flugmotoren ausgestellt und eine Sonderschau zeigt die Geschichte der Junkers Warmwasserbereitung. Der Getränkeautomat frisst kommentarlos unsere Münzen ohne die gewünschte Dose herauszurücken. Der Tipp des Wächters führt uns in eine nahe gelegene Kleingartenanlage, wo wir mehr als reichlich für den aufgestauten Hunger (mit Spreewälder Spargel) und Durst (Schorle) entschädigt werden. So gestärkt machen wir uns auf nach Strausberg, wo wir wie immer herzlich begrüßt werden und sofort einen Hallenstellplatz für das UL und ein Kopfkissen für uns im „Annablick“ bekommen. Am folgenden Tag machen wir uns per S-Bahn auf den Weg nach Berlin und besuchen u.a. in Gatow das sehenswerte Luftwaffenmuseum. Leider ist den Exponaten im Freigelände der Zahn der Zeit schon anzusehen. Den Abend beschließen wir bei Bier und Hausmannskost im ältesten Berliner Lokal „Zum Nussbaum“. Mittwoch machen wir einen kurzen Hüpfer nach Heringsdorf, wobei wir aufpassen müssen, damit wir nicht in den polnischen Luftraum einfliegen. Direkt am Flugplatz befindet sich die sehenswerte Miniwelt mit einem Nachbau des Frankfurter Flughafens (nicht nur etwas für die Kleinen…). Nach 20 Minuten Flug landen wir in Pasewalk und bekommen eine individuelle und beeindruckende Werksführung bei Remos. Eine Stippvisite in Stralsund zum Tanken (und für uns leckeren selbstgebackenen Kuchen, vielen Dank!) und wir sind auf dem Weg zu unserem heutigen Ziel, Kiel-Holtenau. In der Abendsonne genießen wir den wunderschönen Flug an der Küste entlang und über die Lübecker Bucht. Ein traumhafter Anflug über die Kieler Förde mit Blick auf die Werften stimmt uns auf einen schönen Abend ein. Die Landung will dazu so gar nicht passen, hmpff…
Am Donnerstag geht der erste Leg nach Flensburg, wo wir uns noch letzte Tipps für den Einflug nach Dänemark holen. Im kleinen Grenzverkehr geht es auch ohne Flugplan und wir peilen als erste Station Ærø an. Der Flug führt 35 Minuten mit angelegter Schwimmweste über die Ostsee. Eine kurze aber sehr gepflegte Graspiste lädt uns zum Sonnen ein und wir klönen noch mit 3 britischen UL-Piloten auf dem Rückweg in die Heimat. Am Flugplatz leihen wir uns Fahrräder für einen kurzen Abstecher ins malerische Hafenstädtchen Marstal. Nachmittags starten wir zu einem Rundflug um Fünen und landen auf der direkt am Wasser gelegenen Bahn in Sonderborg. Mit unseren dänischen Freunden sitzen wir noch bis tief in die Nacht und schmieren unsere Kehlen.
Freitag heißt es langsam den Heimweg anzutreten, denn für den Samstag sieht das Wetter nicht so toll aus. Wir fliegen über Toender wieder im kleinen Grenzverkehr aus, diesmal nach Wyk auf Föhr. Ein kräftiger Westwind macht die Landung dank Leewirbeln ausreichend spannend. Der Start gelingt schon besser (was Kuchen und Kaffee doch ausmachen…). Über der Elbe beginnt sich die Sicht deutlich zu verschlechtern. Bremen Information rät uns von einem Weiterflug nach Hamm ab, denn es haben bereits zwei Kollegen wegen des Wetters abdrehen müssen. Nach intensivem Befragen unserer Eingeweide (Ergebnis: mulmig) nehmen wir den Rat an und landen in Rotenburg/Wümme. Der nette Türmer besorgt uns Quartier und Taxi, das wir dankbar annehmen.
Die Entscheidung erweist sich als richtig, denn am Samstag gießt es wie aus Eimern. Wir nutzen die erzwungene Pause zu einem Stadtbummel durch Rotenburg und entschädigen uns für das Wetter mit einem fürstlichen Spargelbuffet im „Stadtidyll“. Sonntag ist die Sicht besser und wir fliegen über Porta Westfalica und Reichelsheim (da die Bewölkung in der Rhön aufliegt) weiter nach Michelstadt. Der Platz hat’s in sich und wir brauchen bei strammem Nordwind die ganze Bahn. Nach der obligatorischen Stärkung von Mensch und Maschine geht der letzte Teil noch um einige Regenschauer bis nach Ehingen. Kaum steht der Flieger in der Halle, beginnt es wieder zu gießen. Wir aber gießen auch (in die Kehle) und lassen eine tolle Woche vor dem geistigen Auge Revue passieren. Smørebrød ist einfach lecker und wir planen im Geiste schon den nächsten Besuch im Norden!
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