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Fluglager SFC-Ehingen 2008

Nachdem die Initiativen zu einem Sommerfluglager in den vergangenen Jahren dem Wettergott oder organisatorischen Problemen zum Opfer gefallen sind, kann die Veranstaltung des aktuellen Jahres mit dem kurzen Satz umschrieben werden: es war ein voller Erfolg!

In den zwei Wochen von 26.Juli bis 08.August kann von folgenden Highlights berichtet werden:

Wetterglück!
Der Zeitraum des Fluglagers wurde zweimal von Kaltfrontdurchgängen unterbrochen. An allen anderen Tagen waren die Segelflugzeuge des Vereins während der nutzbaren Tageszeit praktisch ohne Unterbrechung für Ausbildungs-, Übungs- und Streckenflüge in der Luft. Auf eine richtig knackige Streckenwetterlage haben die Überlandflieger leider vergebens gewartet, aber das nehmen die sportlich. Es ist ja erst Anfang August und die Saison noch .. äh lang?

Begeisterte Teilnehmer!
Insgesamt haben 17 Vereinsmitglieder teilgenommen. Jeder hat engagiert und konzentriert dazu beigetragen, den Segelflugbetrieb auf die Beine zu stellen. So konnte aus der derzeit gegebenen Situation beim Segelflugzeugpark das Maximale für die Piloten rausgeholt werden.

Sicherheit!
Das gesamte Fluglager wurde ohne besondere Zwischenfälle oder gefährliche Situationen beendet.

Wiederaufnahme F-Schlepp!
Nachdem die Piper das gesamte Frühjahr 2008 mit Motor- und Propellerschaden gegroundet war, ist es gelungen, die Maschine pünktlich zum Fluglager wieder flugklar zur Verfügung zu stellen. Dank an die Werkstattcrew um Peter Barth und Hans Raab.

Interessentenakquise!
Am ersten Wochenende des Fluglagers konnten wir der am Segelflugsport interessierten Familie Schaiger die Möglichkeit geben, Schnupperflüge mit dem Segelflugzeug durchzuführen. Deren Interesse wurde beim Aktionstag der SFC-Aktiven auf dem Ehinger Marktplatz vor einigen Wochen geweckt. Die drei Jungs im Alter von 12 bis 15 Jahren haben insgesamt 12 Flüge mit unseren Fluglehrern Fred Oppitz und Wolfram Fremdling durchgeführt.

Ausbildungserfolg!
Unser Tobias Kamm hat sich am 30.Juli frei geflogen. Beim Sitzfleischtest und der Landestraußüberreichung waren (fast) alle dabei. Wer Tobi kennt, weiß, dass sein Vorwärtsdrang keine Pause kennt. So war es keine wirkliche Überraschung, dass er einen der Folgetage mit guter thermischer Entwicklung nutzte, um seinen 100km-Überlandflug mit Fluglehrer zu absolvieren. Leibertingen und zurück hieß die Aufgabe, die er und sein Begleiter Fred in 1 Stunde 20 Minuten abgeritten sind. Herzlichen Glückwunsch und mit dem gleichen Elan weiter so!

Naturtheater par excellence!
Wer an einem Frühstück im lichten Schatten vor den Veranda teilgenommen hat und auf einen Korb frischer Brötchen, selbst gemachter Marmelade (Papalade heißt das bei der Familie Heiß), Gräter`schem Honig und Salamischeiben geschaut und dann mit den Anderen zugelangt hat, weiß, was gemeint ist. Wer spät abends noch mit einem Weizenglas in der Hand die Milchstraße betrachtet hat und sich von Fred die Sommersternbilder und die erdnächste Galerie hat zeigen lassen, der hat ein ganz besonderes Betthupferle bekommen, das es so nur des Nächtens auf den Mittelmeerinseln oder eben auf der Katzensteige gibt.

Klasse Bewirtung!
Max Beck hat wieder einmal in bekannt routinierter, kameradschaftlicher und großzügiger Weise den Rahmen gesteckt für den abendlichen Ausklang des Flugtages. Die kühlen Getränke sind trotz großem Durst der Flieger nie ausgegangen und für ein schwäbisch herzhaftes und reichliches Vesper für kleines Geld hat Max immer dankbare Gäste gefunden. Vielen Dank, Max!

Grillfeste!

An mehreren Abenden zog der Duft von gegrillten Köstlichkeiten durch unser idyllisch gelegenes Forchenwäldle. Hätten sich gebratene Wildschweine über dem Feuer gedreht und wäre der Barde geknebelt und gefesselt im Gebüsch gelegen, hätten sich ansonsten alle gefühlt wie Bewohner des kleinen gallischen Dorfs nach dem erfolgreichen Abschluss eines Abenteuers. Unsere Tafel war aber mindestens genauso gut gedeckt: Grillfleisch, Holzofenbrot, Fassbier, Salate, Bratwurst und zum Nachtisch Hefegebäck satt. Nein, Kostverächter sind wir wahrlich nicht. Ganz besonderen Dank an Anton, Susanne und Kathrin!

SFC in der Schwäbischen Zeitung!

Am 6. August war die Lokalpresse in Gestalt einer Redakteurin auf dem Flugplatz. Besonders Fred und Wolfgang Mayer haben sich der jungen Dame angenommen, den Flugbetrieb erläutert und Fragen beantwortet. Wolfgang hat sich bereit erklärt, den praktischen Teil zu übernehmen und unserem feschen Gast den Himmel über Schlechtenfeld gezeigt. Leider hat er vergessen, dabei die Sprechtaste zu drücken. Wir wären alle nur zu gern Zeuge seiner bekannt charmant zurückhaltenden Gesprächsführung vom vorderen Sitz geworden. Seine Flugvorführung mit verwegen eingeleiteter Eskimo-Rolle – oder wie der Überschlag heißt – war nach einhelliger Meinung aller am Boden Stehenden schlicht perfekt. Die gellenden Schreie vom zweiten Sitz waren ihm Antrieb genug, das Beste aus dem Flieger herauszuholen. Wir freuen uns alle über die angekündigte Reportage, deren Erscheinen für die kommende Woche in Aussicht gestellt wurde.

Moving Maps in den Segelflugzeugen!

Im Frühjahr wurden alle Segelflugzeuge mit FLARM ausgerüstet. Das System zur Verringerung der Gefahr von Zusammenstößen in der Luft hat sich auch während des Fluglagers bewährt und den Piloten wertvolle Hinweise zur jeweils aktuellen Flugsituation im Hinblick auf die anderen Luftraumteilnehmer gegeben. Kurz vor Eröffnung des Fluglagers wurde noch eins draufgesetzt. Die ASK21 und die DG100 wurden mit PDAs und zugehörigen Gelenkhaltern ausgerüstet. Auf den PDAs läuft die Software SeeYouMobile, die neben allen Funktionen eines Segelflugrechners echte Moving-Map Navigationsfunktionalität bietet und hierfür das GPS-Signal des FLARM-Geräts nutzt. So hat man beispielsweise mit einem Blick auf das Display die Funkfrequenzen der Nachbarplätze vor Augen, was bei Außenlandungen in Riedlingen schon eifrig genutzt werden konnte.

Jungfernflug!
Im Rahmen des Fluglagers wurde der Jungfernflug eines Leichtsegelflugzeugs und eines Ultraleicht mit MTOW 250g durchgeführt. Insgesamt wurden rege Modellflugaktivitäten beobachtet. Möglicherweise Verzweiflungstaten?

Flugzeugauslastung an der Grenze!
An 12 Tagen wurden auf der ASK21 91 Starts und knapp 47 Stunden geflogen. Die DG100 hat nach dem Fluglager 40 Starts und gut 40 Stunden mehr im Bordbuch stehen.


Teilnehmer:
Max Beck
Franz Besler
Philip Boysen
Kathrin Diesch
Wolfram Fremdling
Dietmar Fremdling
Wolfgang Frenzel
Karl Gege
Stefan Gräter
Peter Heiß
Tobias Kamm
Jürgen Leonhardt
Wolfgang Mayer
Fred Oppitz
Hans Raab
Stefan Raab
Sören Rust

mit Familien, Freundinnen und Freunden.


(Text: Wolfgang Frenzel)