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Der Hallenbau 2007/2008

Und noch ein Samstag wird nach Ostern geopfert, um den Rest der Verkleidung des Südgiebels und den Nordgiebel zu montieren. Murphy lässt grüßen, denn uns gehen natürlich die Schrauben bei den letzten 3 Brettern aus... Dessen ungeachtet sind wir nach fast 1.000 Stunden Eigenleistung der Mitglieder endlich mit der Halle fertig und die erste "Bewohnerin", unsere Schleppmaschine, kann einziehen.

Freitag Nachmittag  bringt unser Fliegerkamerad Manfred aus Erbach das Holz für die Wandverkleidung. Trotz Schneeregen und eisiger Kälte treffen wir uns Samstag früh und beginnen mit der Montage. Unsere Schuhe gleichen dicken Schlammklötzen, aber trotzdem sind wir abends mit den beiden Seiten und der ersten Rückwand fertig. Eine Woche später wird wieder fleißig gebohrt, gesägt und geschraubt. Der Anschluss der Giebelverkleidung ist schwierig, doch Franz hat den richtigen Einfall und wir schaffen noch 2/3 des Südgiebels bis zum Einbruch der Dunkelheit.

Nach 6 Wochen Winterpause ist es endlich soweit: Das Wetter ist windstill und der Boden gefroren, so dass der Kran an die Halle heranfahren kann. Innerhalb eines Tages ist das komplette Hallendach montiert und wir können das Holz für die Außenverkleidung bestellen.

Und wieder heißt es Warten, denn das Wetter lässt an eine weitere Montage wegen Sturm und Regen nicht denken. In der Woche vor Weihnachten kommt endlich das Hoch vom Dienst und lässt den Boden mit -12°C gefrieren (den Sprit in unserem Aggregat auch...). Am 17.12. werden die Dachpfetten mit Hilfe der Hubbühne montiert, Nachmittags kann der Kran ohne große Schäden anzurichten an die Baustelle fahren und das Trapezblech der Dacheindeckung auf die Halle heben. Bei eisiger Kälte und Ostwind werden die restlichen Stützen verschraubt und die Wandriegel montiert. Auch die Tore samt Laufschienen werden eingehängt und justiert. Mit der Montage der Riegel an den Giebelseiten ist der Stahlbau abgeschlossen. In Sachen Dach dagegen ist es wie bei Readers Digest: Fortsetzung folgt...

Inzwischen ist der Tieflader mit den Stahlteilen eingetroffen und es muss improvisiert werden. Der Kran wird aufgebockt und die Gittermastspitze zur Reichweitenverlängerung montiert. Damit können wir bei strömendem Regen wenigstens den Tieflader abladen und die Teile auf halbem Weg bis zur Halle ablegen. Ein geländegängiger Kran wird bestellt und trifft Mittags ein. Er kommt problemlos bis an die vorgesehene Stelle, wühlt allerdings den Boden auch entsprechend um. Nachdem nunmehr alle Schwierigkeiten beseitigt sind, wird das Stahlskelett der Halle montiert und steht am Abend in voller Größe da!

Wir müssen uns in Geduld üben, das Hallengerüst kommt und kommt nicht. Nach fast 3 Monaten Wartezeit ist es endlich soweit, der Montagetermin steht. Am ersten Advent stürmt und regnet es, aber am Montag den 3.12. soll montiert werden. Morgens banges Warten, denn der LKW mit den Stahlteilen kann wegen des Sturms nicht auf die Bodenseefähre. In der Zwischenzeit versuchen wir, den LKW-Kran an seinen vorgesehenen Platz zu bringen, jedoch vergeblich. Der Boden ist so aufgeweicht, dass sich die sommerbereiften Räder des Krans nach nur 20m hilflos im Matsch drehen. Auch vorwärts geht nun nichts mehr.

Am nächsten Samstag wieder Aktion: Der Hallenvorplatz wird zuerst eingeschottert, gerüttelt, dann Split eingebracht und abgezogen. Schließlich heißt es wieder Steine schleppen... eine echte Knochenarbeit. Zwischendurch kommt Besuch: Rolf aus Erbach, der sich freut, daß ER diesen Samstag fliegen kann... Der Lohn der Mühe jedoch am Abend: Wir können uns über einen schön gepflasterten Hallenvorplatz freuen.

Am nächsten Freitag können wir dank Minibagger zügig den Graben für die Bordsteineinfassung des Hallenvorplatzes ausgraben. Am Samstag morgen ist auf der Baustelle pünktlich um 8 Uhr alles für den Betonmischer bereit, der ohne Wartezeit sofort den Magerbeton für die Randsteine einlaufen lässt. Dann beginnt das schweißtreibende Rückentraining: Betonbett auf die richtige Höhe bringen, Bordsteine von der Palette holen, einsetzen und ausrichten. Dann müssen sorgfältig die richtige Höhe und Gefälle "eingeklopft" werden. Die Wasserwaage ist unbestechlich, im Zweifel Stein wieder raus und alles noch mal von vorn. Während Pit und Claus die Steine setzen, schaufeln Horst und Stefan den restlichen Beton ein und verdichten das Betonbett. Der letzte Stein sitzt und hält dem kritischen Blick stand, geschafft da lassen wir uns den Kuchen schmecken!

Rechtzeitig zur Bodenlegeaktion am Samstag bekommen wir die Pflastersteine angeliefert. Zum Glück ist der Boden soweit wieder trocken, dass der Lastzug nicht versinkt...  20 Tonnen Split müssen per Hand Zentimetergenau eingeebnet werden und dienen als Untergrund für die Betonsteine. Kleine Unebenheiten entdeckt das Auge des Pflasterers und werden gekonnt beseitigt. Die Steine werden per Menschenkette von Hand von den Paletten (eine Palette wiegt beladen ca. 1,3 to) zum Verlegepunkt transportiert. Am Abend der Aktion ist fast der gesamte Hallenboden gelegt, nur ein Eckchen muss wegen fehlendem Split auf den nächsten Samstag warten.

Nachdem am 12. 8. auch der Zuganker und das Torfundament betoniert sind, kann am 15.8. fertig ausgeschalt werden. Nun beginnt der große Teil der Eigenleistung: Nahezu 100 to Schotter müssen innerhalb der Halle in mehreren Schichten eingebaut und festgerüttelt werden, bei sommerlichen Temperaturen eine Schweißtreibende Arbeit. Während innen gerüttelt wird, kann das Fundament an der Außenseite bereits wieder angeschüttet werden. Der Lohn der Mühe: Ein nahezu ebener Untergrund für das Pflaster des Hallenbodens.

Nachdem die Gräben für das Fundament ausgebaggert sind, werden die Armierungen fachmännisch eingebaut und der erste Teil am ersten August bis zur Erdoberfläche betoniert. Danach wird der der zweite Teil eingeschalt und ebenfalls mit Beton ausgegossen. Die Ankerplatten für die Halle werden eingesetzt und per Laser Millimetergenau ausgerichtet, damit die Hallenträger spannungsfrei montiert werden können.

Nach fast 15 Jahren Planungszeit ist es geschafft: Wir können endlich mit dem Bau eines zweiten Hangars beginnen. Der Neubau entsteht in zwei Bauabschnitten jeweils auf den aktuellen Bedarf und die Finanzlage angepasst. Beide Teile haben die Abmessung 12 x 18m, so dass uns im ersten Bauabschnitt über 200m² neue Hangarfläche zur Verfügung stehen. Am 26.07. wird der erste "Spatenstich" getan und die ersten Erdarbeiten ausgeführt, nachdem das Schnurgerüst aufgebaut und ordnungsgemäß eingeschnitten ist.